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Altes Pfarrhaus und Kirchturm
Gemünden a.d. Wohra
Antisemitismus
Wollen Pfarrer ehemalige Täter schützen?
Hochgrebe wollte Einsicht in Kirchenchroniken, um jüdische
Schicksale in seiner Geburtsstadt und das Schicksal der
Fremdarbeiterin im Pfarrhaus, seinem Elternhaus, aufzuklären,
jedoch das Kirchenamt der Evangelischen Kirche Kurhessen in Kassel
verweigerte die Einsicht in die Kirchenchroniken beider Gemeinden und
das Kirchengericht der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck in Kassel
bestätigte diese Verweigerung. Ein schlechtes Gewissen?
"Anlässlich der Kirchenvorstandssitzung
wurde die Erinnerung an die nationalsozialistische Zeit wieder wach.
Die Familien, die seinerzeit nationalsozialistisch aktiv waren sowie
ihre Abkömmlinge müssen geschützt werden." Dies war die
Aussage der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden Gemünden
(Wohra) und Schiffelbach in Hessen, in deren Kirchenchroniken der
Berliner Politologe Hochgrebe um Einsicht bat.
Chroniken der Evangelischen Kirchen sind aber
offenbar für Forschungszwecke tabu. Diese Erfahrung hatte
Hochgrebe machen müssen, als er im Zusammenhang mit einer
wissenschaftlichen Arbeit Chroniken der Evangelischen Kirchengemeinden
Gemünden (Wohra) und der Nachbargemeinde Schiffelbach in Hessen
einsehen wollte. Ihm ging es vor allem darum, das Verhältnis der
Jüdischen Gemeinde zu den beiden christlichen Gemeinden
Gemünden und Schiffelbach in der Zeit der nationalsozialistischen
Herrschaft in Deutschland darzustellen und auch das Schicksal der
Fremdarbeiterin im evangelischen Pfarrhaus zu beleuchten. Dies wurde
ihm jedoch u. a. mit der Bemerkung verwehrt, dass "anlässlich der
Kirchenvorstandssitzung die Erinnerung an die nationalsozialistische
Zeit wieder wach geworden sei und man die Familien, die seinerzeit
nationalsozialistisch aktiv waren sowie ihre Abkömmlinge haben
schützen wollen" ( Aussage der Pfarrerin vor dem Gericht). Diesem
Argument schloss sich auch das Landeskirchengericht der Evangelischen
Kirche von Kurhessen-Waldeck in seinem Urteil vom 5. Oktober 2006 an,
das Hochgrebe angerufen hatte.
Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung (pdf)
Lesen Sie hier das Urteil des Landeskirchengerichts (pdf)
Sterbehilfe
Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in der Bundesrepublik Deutschland?
Eine wissenschaftliche Analyse der aktuellen Diskussion unter medizinischen,
philosophisch-ethischen und religiös-theologischen Aspekten
Von Diplom-Politologe P. G. Winfried Hochgrebe
Taschenbuch, 156 Seiten, ISBN 3-8334-0598-8
Die Frage, wann ein Mensch ein todkranker Patient, wann er ein
Sterbender und wann er schließlich richtig tot ist, wird durch die Intensivmedizin
dahingehend geführt, dass menschliche Existenz am Ende ihres Lebens vielfache
Formen annimmt. Für dauerhaft Komatöse, Schwerst-Behinderte, Altersdemente müssen
Antworten auf die Fragen gefunden werden, was für sie getan werden muss und was mit
ihnen getan werden darf. Unterschlagen oder gestatten wir dem Sterbenskranken eine
Wahlmöglichkeit, wie er sein ganz persönliches Sterben "erleben" möchte, und stößt
diese Wahlmöglichkeit nicht an ethische, moralische oder gar strafrechtliche Grenzen
Dritter, die um aktive Sterbehilfe gebeten werden?
Der Politikwissenschaftler widmet sich einem in der Gesellschaft kaum, meist in Gremien
und Kommissionen diskutierten und in der Öffentlichkeit strittigem Thema. Das ist kein
leichtes Unterfangen, ist man sich bewusst, wie rasch Fundamentalismen und Flachsinn
vorurteilsträchtige In- und Exklusionen gerade in diesem mehrfachen Grenzbereich
alle engagierte und nüchterne Ur-teilsbildung zugleich beeinträchtigen.
Das Fragezeichen im Titel des Buches deutet darauf hin, dass der Autor das Einerseits
und Andererseits zwar abwägen, aber nicht auflösen will. Er lässt die unterschiedlichen
Kommentare zur Sterbehilfe sprechen und regt den Leser an, dieses schwierige, immer
wieder persönliche Thema, intensiv und öffentlich zu diskutieren.
Ziel dieses Buches soll es sein, einen Überblick der aktuellen philosophischen,
medizinischen und theologischen Diskussion zu bieten und so einen Beitrag zur
Meinungsbildung für alle Menschen leisten.
Weitere Informationen auf der Internet-Seite des Verlages
Jetzt hier bestellen
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